Alle Jahre wieder – Teil 1

Nun denn, 2012 ist Geschichte und 2013 kann kommen. Oder ist bereits da. Die letzten Wochen waren eine Zeit der Reflexion, des Zurückbesinnens, des Nachdenkens. Ich für meinen Teil habe über die vielen Unsinnigkeiten von Weihnachten nachgedacht. Warum z. B. fordern wir in unseren Weihnachtsliedern ausgelassene Fröhlichkeit, wenn sie musikalisch aber eher wie ein Requiem klingen? Woher wussten die Hirten, dass der Schreihals im Stroh später mal der Erlöser sein wird? Ein Engel hat es ihnen gesagt? Ich bitte euch! Wenn ich behaupte, ein Engel hat mir gesagt, die Katze meines Nachbarn wird irgendwann mal in eine Kiste gesperrt und solange drin gelassen, bis keiner sagen kann, ob sie lebt oder tot ist, dann würde ich sagen: „Halts Maul, Schrödinger und steig von deinem Scheiß-Balkon runter.“ Auch dieses Anbeten von dem Jesuskind. Ich kann diesen Reflex nicht verstehen: ‚Oh das Baby ist Jesus Christus, lasst uns auf die Knie fallen und eine Runde beten.‘ Ehrlich, wenn ich der Hirte wäre, wäre meine erste Reaktion doch: „Wer bitte? Jesus Christus? Nie gehört. Und jetzt stell dich wieder auf die Beine, Kollege, und mach was Konstruktives.“
Oder auch solche Bezeichnungen wie „zwischen den Jahren“. Ihr kennt das. Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester nennt man die Zeit „zwischen den Jahren“. Das ist hirnrissig. Wenn es eine solche Zeit gäbe, dann müsste sie zwischen Silvester und Neujahr liegen. Um zwischen etwas zu sein, muss man sich außerhalb der Referenzrahmen befinden. Aber jeder Kalender ordnet die Tage vom 27.12 bis zum 30.12. dem ablaufenden Jahr zu. Ehrlich, ich versteh diese Zeit nicht.

Aber es ist ja nun mal Tradition, sich der Vergangenheit zuzuwenden und Revue passieren lassen, was alles so gelaufen ist. Ich werde versuchen, mich kurz zu halten – kann es aber nicht versprechen.
Über den Abgang des Jahres habe ich mich ja an dieser Stelle ausführlich ausgelassen. Christian Wulff, ein Mann, dessen politische Schlagkraft einem Pferd nichts nachsteht. Allerdings einem Seepferd. Letztes Jahr um diese Zeit spekulierten wir noch, wie es um das Schaf im Wulffspelz bestellt ist, aber dann der Knaller: Merkels zweiter Bundeshorst warf das Handtuch. Das nutzte die FDP führen ihren Staatsstreich und seitdem gauckt es uns ins Ohr: Freiheit durch Verantwortung. In Jede Kamera, in jedes Mikro tönt der oberste Staatspfarrer seinen Sermon von der Freiheit. Freiheit hier, Freiheit da. Marius-Müller Westernhagen hat angekündigt, prüfen zu lassen, ob sich Gauck eines Plagiats zu Schulden hat kommen lassen. Und überhaupt, was bedeutet schon Freiheit in Verantwortung? Es bedeutet: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.

Überhaupt ist es schon erwähnenswert, wie Herr Gauck ins Amt geputscht wurde. Nicht Angela Merkel wollte ihn haben, nein die Opposition und allen voran die FDP. Und ja, ihr werdet jetzt sagen: Moment mal, die FDP gehört doch zur Koalition und damit zur Regierung. Aber wenn man sich das vergangene Jahr mal Revue passieren lässt, dann zeigt es sich doch, dass Fipsis Wirtschaftsbevollmächtigten die Arbeit der Regierung eher behindert als unterstützt haben. Keine zwei Wochen vergingen, da drohte der Koalitionsbruch. Mal drohte die CDU der FDP, dann die FDP der CDU, dann die CSU der FDP und der CDU, die FDP ihren Wählern und die CSU dem gesunden Menschenverstand. Besonders Seehofer schien einen Spaß am Provozieren zu haben. Ob wegen des Betreuungsgeldes oder wegen Merkels EU-Politik. Ich kann es verstehen, zum brechen war sie ja auch.
Betreuungsgeld ist ein gutes Stichwort. Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass ich mich bei einigen Themen, die so hochkochten in den letzten Monaten, vornehm zurückgehalten habe. Das waren Dinge wie die Frauenquote, dem Betreuungsgeld, der Rente mit 67, den Vorwürfen gegenüber Steinbrück und und und… das hatte nichts mit Desinteresse zu tun oder damit, dass ich keine Meinung habe. Ich schrieb an der Stelle nichts, weil ich einfach keine Witze machen konnte. Das haben die Streithähne alles für mich selbst übernommen. Erst hieß es von Herrn Rösler „Das Betreuungsgeld kostet viel Geld, ist nicht gegenfinanziert, und eine Bildungskomponente fehlt völlig“ aber dann schwenkte er schnell ein, damit er sich und seiner FDP ein vorzeitiges Wahl-Weihnachtsgeschenk machen konnte: die Abschaffung der Praxisgebühr. Wer aber glaubt, dadurch fallen keine Zusatzbeiträge an, der irrt. Zwar sind offiziell keine angekündigt, aber die wirtschaftliche Lage wird eher schlechter ausfallen als besser. Und ich kann mir gut vorstellen, dass die Krankenkassen schnell Wege finden, ihren Versicherten mehr als 40 Euro im Jahr zusätzlich abzuknöpfen. Es zeigt sich also wieder: die FDP ist nicht inkompetent, sondern nur sozial desinteressiert. Und Mutti Merkel? Naja, was soll sie schon machen. Natürlich das, was sie schon immer macht: Nichts. Der einzige Kommentar zu Rösler Fisimatenten war auch nur: „Herr Rösler ist gerne Vizekanzler.“

Was noch? Ach ja, die Diskussion um die Frauenquote. War das nicht mal wieder ein herrlicher Zickenkrieg zwischen Uschi und Kristina? Auf der einen Seite die reife Hausfrau, die in so einigen CDU/CSU-Kopfpornokinos als Milf auftauchen dürfte und auf der anderen Seite die unschuldige Schülerin Tinchen Schröder, die lasziv-erotisch ihre Unartigkeit betont und nichts lieber hat als vom Volke bestraft zu werden. Leider hat sie mit dem Wunsch keinen Erfolg, sie wird halt nur belächelt. Und diese beiden streiten sich darum, um Frauen nun per Gesetz in irgendwelche Wirtschaftsvorstände verlagert werden sollen. Über den Begriff der Flexiquote wurde da am heftigsten gestritten. Und, Männer, ganz ehrlich, wer von euch hat nicht Kristina Schröder gesehen und nach dem Wortteil „flexi“ schlagartig das Denken eingestellt und mit dem lüsternen Grinsen begonnen?

Ich versprach mich kurz zu halten, aber ich fürchte, das wird nichts. Dazu war 2012 einfach ein viel zu absurdes Jahr. Denken wir doch nur mal an solche Möchtegern-Skandale wie den um das Gesundheitsministerium. Angeblich hat ein Apotheken-Lobbyist jahrelang Informationen aus dem Gesundheitsministerium ausspioniert. Ein Lobbyist in einem FDP-geführten Ministerium. Das ist so als würde man sich darüber wundern, dass es Fische im Aquarium gibt. Was soll der groß ausspioniert haben? Wahrscheinlich hat er nur überprüfen wollen, ob die FDP die Gesetze auch wirklich so umsetzt, wie die Branche sie ihr diktiert hat.

Merkel hat derweil alles dran gesetzt, um den Ruf der Deutschen im Ausland zu ruinieren. Also ob Westerwelle das nicht alleine geschafft hätte. Aber nein, er hat sich ja auf Gauck verlassen. O-Ton vom Guido: Gauck werde ein Bundespräsident sein, „der mit seiner Freiheitsvita das Ansehen Deutschlands auch international mehren wird.“ Also das mehren des Deutschen Ansehens sollte der Job von Westerwelle sein. Das der ihn aber an Gauck abgeben will, ist nur allzu verständlich´, da Merkel ja alles daran setzt, dass uns der Rest Europas hasst. Wir sparen die Schuldnerländer zu Tode, damit wir weiterhin Exportweltmeister bleiben können. Wie machen wir das? Wir zwingen z. B. Griechenland, deutsche U-Boote zu kaufen, wenn die Griechen Geld aus Brüssel haben wollen. Womit die U-Boote bezahlt werden sollen? Nun, dazu müssten die Griechen natürlich Schulden aufnehmen, zum Beispiel bei der Deutschen Bank. Und wenn sie nicht pünktlich zahlen können, dann müssen sie halt höhere Zinsen zahlen. Fazit: die Griechen kaufen Sachen, die sich nicht brauchen, mit Geld, das sie nicht haben, um Schulden zu bezahlen, die ihnen von den Leuten aufgehalst wurden, die sie eigentlich aus der Krise führen sollten. Merkel ist mir ihrer Finanzpolitik weiter gekommen als sich Hitler es hätte je träumen lassen. „Europa muss mit einer Stimme sprechen.“ Wenn das der Führer wüsste….

to be continued…

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