Wann ist ein Mann ein Mann?

Ich habe mir in den letzten Tag verstärkt darüber Gedanken gemacht, welches Tier einen Mann am besten beschreibt. Viele plädieren für Löwen: sie sind faul und wenn sie was tun, dann meistens nur Sex oder in der Sonne dösen. Hin und wieder eine Jagd, um das Mittagessen zu beschaffen und dann wieder Sex und Dösen. Der Löwe brüllt seine Maskulinität durch die Savanne und alle anderen haben Respekt vor ihm. Sozusagen der Löwe als Sinnbild eines religiösen Fundamentalisten.

Andere sprechen sich für den Bären aus. Gemütlich hält er ein halbes Jahr ein Schläfchen in seiner Höhle, scheißt hin und wieder in den Wald und lässt sich, falls er weiß sein sollte, im Zoo bestaunen. Ist er schwarz, kann es sein, dass er in Bayern erschossen wird. So oder so: der Bär zeugt von Kraft, Gemütlichkeit und Bodenständigkeit.
IN einer repräsentativen Umfrage bei meiner Freundin, kam noch der Adler zum Vorschein. Der König der Lüfte mit scharfen Blick und weiten Spannen… Aber er muss sich auch das ganze Gedöns im Bundestag anhören. Der Mann als Bundeswappentier? Also, wir Männer haben Macken, aber so schlimm sind sie wirklich nicht, dass man uns so beleidigen muss.

Nein, ich trete für eine andere Tierart ein: den Mann repräsentiert am besten der Nacktmull. „Was zum Teufel ist ein Nacktmull?“ werden einige von euch denken.
Nun, ein Nacktmull (btw. Das ist das Wort des Tages heute) ist ein Tier, dass ein bisschen so aussieht wie ein Penis mit Hasenzähnen. Er ist völlig haarlos, etwa 30 Zentimeter lang und hält sich am liebsten in engen, feuchten Höhlen auf. Man erkennt hier also schon gewisse Gemeinsamkeiten mit einem handelsüblichen Mann.
Mein Freund, der Mull lebt in Ostafrika und das auch noch unterirdisch. Ganz der Pragmatiker: Oben isses heiß, die Menschen schlagen sich die Köpfe ein, überall poppende Löwen und der kongonesische Dollar wird an der Börse noch nach Fledermausgallenblasen gehandelt. Nee, da ist der Nacktmull schon sehr clever: er vergräbt sich lieber, baut seine Gänge und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein. Der Mann als solcher macht es doch aus so: Zu Hause ist die Alte nur am Meckern, die Kinder nur am Nörgeln, weil sie vom letzten Komasaufen noch ein Schädel haben, gegen den sämtliche Monde des Jupiters wie ein Murmelspiel aussieht, Im Fernsehen läuft auch nur Müll…. Kurz es herrschen die reinsten afrikanischen Verhältnisse. Was macht der Mann? Er zieht sich in die anfangs erwähnten engen, feuchten Höhlen zurück und geht in die Kneipe (oder was habt ihr gedacht?).
Ein weiteres Mullenmerkmal ist seine extrem lange Lebensdauer. Für ein Säugetier seiner Größe lebt er nämlich bis 28 Jahre lang. Eine vergleichsweise genauso große Maus lebt dagegen nur vier Jahre. Also lebt der Mull 7mal länger als eine Maus. Außerdem kann der Mull keinen Krebs bekommen, da seine Zellwachstumshormone irgendwie auf geringere Dichte programmiert sind. Was bedeutet das für den Mann? Der Mann als solcher lebt im Schnitt ein bis zwei Jahre weniger als eine vergleichbare Frau. ABER: ist der Mann verheiratet, kommt es ihm siebenmal länger vor als einer Singlemann-Maus. Ob jetzt verheiratete Männer öfter Krebs bekommen als unverheiratete konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Und zu Guter Letzt hat der Nacktmull eine Eigenschaft, die jeder Mann in seinem Herzen tragen sollte: Die Königin der Nacktmulle – also der Oberpenis des Schwarms – hält sich zwei bis drei Liebhaber und verbietet ihren Untertanen jeglichen Sex. Das ist das männliche Rollenverständnis, dem Viele nachtrauern.

Seien wir ehrlich, Männer, im Grunde unseres Herzens wollen wir alle ein Nacktmull sein.

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