Kassenlyrik

Erstmal eine Warnung: der folgende Text ist lang. Sehr lang. Ich hab da lange im Schweiße meiner Füße daran gesessen. Er ist eine Hommage an all die armen Kassierer da draußen, die in den kalten Wüsten des Einzelhandels sitzen. Eine Ansicht von der anderen Seite der Kasse.

Wisst ihr, es hätte so ein schöner Tag werden können. Aufstehen, frühstücken, ein bisschen fernschauen und dann, nach einem guten Mittag, gemütlich auf Arbeit und dort entspannt Geld machen. Hinterher ein oder fünf Bierchen und sich dann vom Seniorensender ZDF in den Schlaf berieseln lassen. Es hätte so schön werden können. Aber ich vergaß, wo ich arbeite.
Für diejenigen unter euch, die es nicht wissen: ich arbeite an einer Kasse. Und zwar bei einer großen deutschen Supermarktkette. Ich sag jetzt nicht welche. Nur so viel: Wenn diese Kette Werbung für die Matrix-Filme machen würde, wäre das sehr paradox. Aber ich bin echt froh, dass diese Kette wirklich existiert. In der Tat, also keine Illusion oder so. Die gibt es, aber sowas von. So, und wer jetzt noch immer nicht weiß, wo ich arbeite, dem ist noch weniger zu helfen als unseren Kunden.

Ich meine, ich will wirklich nicht meckern. Die meisten Menschen sind wirklich nett und geben sich Mühe. Na gut, nicht die meisten, aber einige. Aber andere…. Da meint man, die würden ihr Hirn an der Info abgeben und dann vergessen, es wieder abzuholen. Dass die Kollegen dort noch genug Platz haben, liegt aber daran, dass die abgegebene Hirnmasse nicht größer ist als die Wählerschaft der FDP. Es kann doch nicht so schwer sein, einkaufen zu gehen?
Am besten ich erklär das an einem typischen Beispiel. Zunächst in Prosa und zum Schluss wird es lyrisch. Das Drama spielt sich wie folgt ab und mir ist es gelungen alle drei literarischen Gattungen in einem Text unterzubringen … Scheiß-Germanisten, wa? Es folgt also eine dramatische Prosa mit lyrischem Ausgang.

Es ist ein Dienstagnachmittag und ich sitze an Kasse Zwei. Allein schon dieser Satz beschreibt einen typischen Dienstagnachmittag an Kasse Zwei. Man sitzt also. Hin und wieder kommt ein Kunde vorbei, von den anderen Kassen auf dem Weg zum Ausgang. Ich selbst korrigiere in aller Seelenruhe die Werbeprospekte und überlege, wie ich die gefundenen Rechtschreibfehler wohl am effektivsten an die Geschäftsleitung weiterleite. Hin und wieder gähne ich herzhaft und betrachte das große Schild über mir, auf dem steht: „Kasse für den kleinen Einkauf“. Früher stand da noch „Schnellkasse – Maximal 8 Artikel“. Da aber unsere Kunden nicht in der Lage sind, bis acht zu zählen und es Leute gab, die sich beschwerten, dass auch Menschen mit fünf oder gar vier Artikeln bedient wurden, hat sich unsere Marketingabteilung ausgedacht: jeder Kunde kann selbst entscheiden, was ein „kleiner“ Einkauf ist. Denen schnüren die Krawatten auch langsam die Blutzufuhr zum Hirn ab. Naja, ich bin ja entspannt. Noch ist alles chic: das leise Kreischen der Babys an Kasse 9 erreicht mein Ohr und der süß-bittere Duft des hinter mir stehenden Fischstandes weht zu mir herüber. Nordseefeeling und Kreissaal-Kulisse.
Plötzlich werde ich aus meinen Träumen gerissen. Eine Familie erreicht meinen Einzugsbereich. Der Herr des Wagens ist ein Hüne und sieht aus wie eine Mischung aus dem türkischen Premierminister und dem unglaublichen Hulk. Und er spricht auch so. Neben seiner Frau sieht selbst Renate Künast aus wie ein Supermodell und seine Kinder haben alle drei einen so intelligenten Blick wie drei Paar Wiener Würste. Warum müssen sich solche Menschen vermehren? Das soll jetzt nicht rechts rüberkommen, aber manche Menschen sollten doch schon beim Blick in den Spiegel erkennen, dass die eigene Fortpflanzung schon aus ästhetischen Gründen vielleicht keine so gute Idee wäre. Es gibt Familien bei uns, da sieht man am lebenden Objekt, was 200 Jahre Inzest so ausmachen können.
Ich schleudere den Herrschaften eine freudige Begrüßung entgegen, damit sie sich bei mir willkommen fühlen. Das habe ich echt gut drauf mittlerweile: Menschen das Gefühl geben, dass ich das, was ich sage auch wirklich meine. Nirgendwo wird mehr gelogen als an deutschen Supermarktkassen – und das schließt die Wahlkämpfe der CDU/CSU mit ein.
Vati, im Folgenden auch der Hulk genannt, grunzt mir etwas entgegen, was ich entweder als Begrüßung interpretieren kann oder als eine klingonische Aufforderung die weibliche Seite meiner Familie an ein rigelianisches Kamel zu verfüttern. Mein verwirrter Gesichtsausdruck scheint ihm aufzufallen (mein klingonisch ist wirklich sehr schlecht) und er schnauzt mich freundlich an: „Hat er offen?“
Man, das kann ich vielleicht ab. Menschen in der dritten Person ansprechen. Fast so schlimm, wie einfach geduzt zu werden. Ich habe in solchen Fällen immer zwei Antworten parat, die ich je nach geschätztem IQ anwende. Die erste ist: „Ich glaube, mit Ihrer Deixis stimmt was nicht.“ Ich schau mir den Kerl genauer an und entscheide mich für die zweite Variante:
„Wer er?“
„Na er.“
„Ach, er.“
Dann schauen wir uns an. Meistens überdenken die Kunden den gerade stattegefundenen, völlig sinnleeren Dialog und wechseln auf die richtige Anrede. Er schaut mich nur an wie der Hornochse, der er nunmal ist und schnautz:“Na haste jetzte nu offen oder nich?“
Das liebe ich ja, einfach duzen. Ich meine, ich bin fast 30, seit knapp 12 Jahren werde ich selbst von Menschen gesiezt, die mir erfolglos versucht haben beizubringen, wie man Integrale berechnet. Zudem: wir haben Lampen im Ampelsystem, die anzeigen, ob eine Kasse offen ist oder nicht. Rot, gelb und grün. Was ist daran so schwer. Wobei…. Wenn er im Straßenverkehr genauso begriffsstutzig ist, dann brauchen wir uns keine Sorgen mehr machen, dass er seine Gene noch mehr weitergibt. Die natürliche Auslese wird das schon regeln.
„Nein, ich sitze nur so zum Spaß hier und hab mir den Kittel von einem Mitarbeiten geklaut, den ich K.O. gehauen und aufm Klo versteckt habe.“ antworte ich fröhlich.
Der Hulk sieht mich an. Scheinbar weiß er nicht, ob er mir glauben soll oder nicht.
„Samma, biste Türke oder was?“ Danach sagt er noch irgendwas auf türkisch und erwartet, dass ich ihm antworte. Fasziniert lausche ich dem Klang dieser sehr poetischen Sprache und lächle ob der zarten Prosodie.
„Tut mir leid, ich habe kein Wort verstanden.“
„Wie, bist Türke aber sprichst kein türkisch?“
Zugegeben, ich sehe eher südländlisch aus., Aber ich bin weder Türke, noch Italiener noch Spanier noch sonstwas.
„Nee, ich bin Deutscher und spreche deutsch. Ich studiere das sogar und kann nicht nur ganze Sätze bilden, sondern auch koheränte….“
Der Hulk schaut mich verständnislos an. Aha… Buffer overflow… alles klar.
„Ein Türke wäre mich lieber.“ grummelt er nur noch und beginnt seine Waren auf das Band zu packen. Und das sind deutlich mehr als acht. Eigentlich sind es auch deutlich mehr als 50. Ich blicke auf und sehe, dass seine Frau, Peggy Bundy, einen zweiten Wagen entladen will.
„Ähm, nur so als kleiner Hinweis: das ist EIGENTLICH die Kasse für den KLEINEN Einkauf (zwinker zwinker)… nur so als TIPP für das NÄCHSTE Mal.“
Derweil stapeln sich langsam die Waren auf dem Band und ich komme kaum hinterher alles einzuscannen. Und der Berg wächst und kippelt bedrohlich.
„Euer Scheißband ist zu kurz!“ kreischt Peggy Bundy und balanciert einen Karton Eier auf dem schiefen Turm von Pizza. Ich versuche so viel wie möglich wegzuräumen, aber es ist umsonst. Es wird immer mehr.
Natürlich kommt alles zusammen, was zusammen kommen kann. Einige Waren lassen sich beim besten Willen nicht scannen. Egal, was ich versuche: glattstreichen des Barcodes, eintippen der EAN-Nr. oder dem Benutzen des Handscanners. Innerlich stöhne ich auf, denn gleich kommt er wieder, der unlustigste Spruch der Kunden. Und so auch hier:
„Ist kostenlos, hm?“
Ich könnte ausrasten. WO IN DER WELT IST ETWAS KOSTENLOS, BLOß WEIL DAS SYSTEM DIE SCHEIß NUMMER NICHT ERKENNT?????? Ehrlich, wie bescheuert sind die Leute, wenn sie glauben, dass ich diesen Spruch noch nie gehört habe. Der wurde schon nach zehn Minuten meines allerersten Arbeitstages unlustig. Leute, wir leben im Kapitalismus, da gibt es nichts geschenkt. Selbst Werbeware hat eine Funktion außerhalb des Altruismus. Aber die Schädel mancher Menschen sind dicker als die durchschnittliche Betonwand in einem Atommüllendlager. Da kann man wohl nichts machen. Ich knirsche mit den Zähnen und denke mit Grausen an die nächste Rechnung von meinem Zahnarzt.
Auf einmal macht es „KNALL FLETSCH SPRITZL“. Ein Glas Schattenmorellen hat sich einen Spaß gemacht und sich mit dem gefliesten Boden angefreundet. Und dank der Gravitation und der Inkompetenz in Sachen Statik der Kunden, konnte es sogar mit seinem neuen Kumpel intim werden.
„Na toll, das haste ja klasse hingekriegt.“ schreit Peggy Bundy und tupft sich die hässlichen Deichmannschuhe mit einem dreckigen Taschentuch ab. Ihre degenerierten Plagen klauben sich ein paar Kirschen aus der Dreckpfütze und schneiden sich dabei Finger und Lippen auf. Egal, rot ist rot, ob nun Kirschsaft oder Blut. Ich weise die Erziehungsberechtigten darauf hin, dass ihre „lieben Kleinen“ in den Scherben spielen, aber scheinbar ist denen das egal. Nagut, dann eben nicht. Vielleicht haben sie auch keine Tetanusimpfung, dann erledigt sich die Sache früher oder später von allein. Bei solchen Kindern wird doch auch der Sanftmütigste irgendwann zum postnatalen Abtreibungsbefürworter.
Ich rufe der also unseren Putzdienst und schließe meine Kasse, damit sich keiner anstellen kann, solange das Chaos nicht aufgeräumt ist. Natürlich wird das „Geschlossen-Zeichen“ rigoros ignoriert. Ah, Ulf kommt. Ulf ist unser Putzdienst mit der großen Klappe und noch größerem Gerät.
„Na, watt hamm wir wieda anjestellt? Haste Kirschen runterjeballat?“
„Nee, Kumpel, das Glas stand als Kreuzersatz auf diesem Warengipfel und ..“
„DER DA HAT DAS BAND VIEL ZU SCHNELL ANLAUFEN LASSEN!!!!! WOHER SOLL ICH WISSEN, DASS MAN DAS NICHT SO HOCH STAPELN KANN???????“
„Junge Frau, datt Band is gerade mal anderthalb Meta und Sie hamm Zeuch, watt für fünf Kasse reicht. Jeduld is nich? Der junge Mann kann ja jar nich so schnelle machen. Außadem hat der jar keen Pedal zum drücken. Des Band funzt mit Lichtschranke…verstehste?“
Mutti versteht natürlich nichts und kreischt stattdessen noch ein bisschen durch die Gegend. Ich beschließe Ulf demnächst ein Bier auszugeben. Er macht fertig und ist wieder weg. Schade.
Irgendwann bin ich fertig, die Waren zu scannen und Peggy drückt mir ein Heftchen aus Payback Coupons in die Hand.
„Musste mal selber suchen, was geht.“ quäkt sie. Dabei beugt sie sich in meine Nähe eine Wolke aus abgestandenem Zigarettenrauch, getrocknetem Bier, Erbrochenem und Katzenkacke weht in meine Richtung. Instinktiv halte ich die Luft an und drehe mich Richtung Fischstand. Ich atme tief ein. Der Geruch eines billigen bulgarischen Bordells kriecht in meine Nase. Im Gegensatz zum Gestank der Kundin nenne ich das mal frische Luft.
Beim Durchblättern der Coupons geht es nur „abgelaufen, abgelaufen, abgelaufen, ist nicht für hier, abgelaufen, haben wir nicht, abgelaufen etc.“ Ich werfe also den gesamten Papierkram in den Müll.
Plötzlich geht die Alarmanlage los. Was ist das? Feuer? Bombendrohung? Autogrammstunde von Florian Silbereisen? Nein, eines der Bälger will einen Schokoriegel. Qua seiner Autorität verbietet Vati natürlich die Süßigkeit mit dem Hinweis, das sei zu teuer. Ehrlich? Die kaufen Scheiße für knapp 250 Euronen, darunter Kippen, die BILD, billiges Bier und Kunstschnee in Getränkedosen, aber ein 50 Cent Schokoriegel wollen sie dem Schreihals nicht gönnen, weil er zu teuer ist? Irgendwas ist bei der Berechnung dieser Hartz-IV Sätze aber erheblich schief gelaufen.
Endlich bin ich fertig. Der Berg an Waren stapelt sich auf der kleinen Ablage und Mr. Freundlich packt sie eine nach der anderen in seine Tüten.
„213,76 Euronen macht das dann…“
Keine Reaktion. Vati packt weiter ein. Ein Stück nach dem anderen. Ich beobachte ihn, wie er mit quälender Langsamkeit das Zeug verstaut. Hinter ihm beginnt sich ein Stau zu bilden Die nächste Kundin ist eine ältere Dame mit einer kleinen Flasche Wasser. Sie sieht aus als würde sie den nächsten strengen Winter nicht überleben. Und ohne das Wasser werden ihre Chancen nicht besser.
„213 Euro 76 Cent macht das bitte.“ wiederhole ich. Vielleicht hat er mich ja nicht gehört.
„Ich hab dich schon beim ersten Mal gehört. Hetz mich nicht so, ich will erst einpacken.“
Die Omi zieht sich enttäuscht und mit einer Träne im Auge in sich zurück. Sie hatte wahrscheinlich gehofft, ihren Enkel noch ein letztes Mal sehen zu können. Ich lächle ihr zu und wende mich wieder an das Monster.
„Ich würde Sie bitten, kurz zu bezahlen, die anderen Kunden….“
„Die anderen Kunden sind mir scheißegal. Ich bin jetzt dran und je länger du mich aufhältst, desto länger dauert es hier noch.“
Nichts zu machen. Der Idiot lässt die anderen Kunden wirklich warten. Erwähnte ich das mit der Schnellkasse? Also da, wo die Betonung nicht auf „Kasse“, sondern auf „schnell“ liegt?
Ich überlege mir, ob meine Lebensversicherung auf meine Freundin läuft und ob es sich lohnt für die paar Kröten, die ich hier verdiene, einen bleibenden Schaden zu riskieren. Nee, lieber nicht. Ich versuche eine andere Taktik: Ich starre den Hulk beim Einpacken an. Interessiert ihn nicht. Ich pfeife ein bisschen den Bolero und bemerke, wie er tatsächlich anfängt im Takt einzuräumen.
IDEE!!!!!
Langsam werde ich schneller und immer schneller und wirklich: Vati beeilt sich. Leider ist er kurz vor dem großen Finale, bei welchem ich die Warentrennstäbe und Geldablage als improvisiertes Schlagzeug benutzen wollte, während meine Zehen auf der Löschen-Taste den Rhythmus mitpiepsen, fertig. Schade. Wieder ein großer Auftritt versaut.
Der Hulk zückt nun seine Geldbörse und reicht mir seine VISA Karte. Gott sei Dank… ich dachte schon, der will bar bezahlen. Der Rest geht schnell: Payback Karte scannen, Knöppchen drücken, VISA einlegen, warten, warten, warten … verdammt, was dauert da so lange?
DING DING „Sehr geehrte Kunden, leider ist derzeit eine Zahlung mit Kreditkarten nicht möglich. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.“
NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Vati wird langsam rot im Gesicht.
„Immer wenn ich hier bin, ist irgendwas. So eine verdammte Scheiße hier. Ich geh mich beschweren, ich kenn den Chef persönlich, ich lasse hier jeden feuern….“ brüllt es ähm er. Ich versuche es mit Schocktherapie:
„Meinen Sie Herrn Mayer oder Herrn Schmidt?“
„Blöde Frage, natürlich meine ich den Schmidt. Willst du mich für dumm verkaufen oder was?“
Ich verkneife mir den Kommentar, dass unser Chef Klaus Bohnert heißt und verweise ihn an die Info. Aber ich hab nicht mit der Bauernschläue eines Hulks gerechnet.
„Ich habe auch noch eine American Express.“
„Ähm alle Kreditkarten gehen gerade nicht…. Haben Sie eine EC-Karte oder Bargeld dabei?“
„Nein!“
„Tja, dann muss ich meinen Chef holen und wir müssen das stornieren.“
„Aber ich habe doch schon alles eingepackt…“
Ja, du Horst, und ich habe den ganzen Scheiß gescannt. Wer gibt mir die verschwendete Lebenszeit zurück, in der ich die Ausdünstungen deines Weibes atmen, das Geplärre deiner Plagen hören und dein respektloses Gesabbel ertragen musste? Wie gern würde ich einmal einen solchen Satz sagen? Vielleicht werde ich das am letzten Arbeitstag mal machen. Ich hab da ja die freie Auswahl… Egal was für einen Tag ich da nehme, es wird mein letzter sein.
Ich rufe also Cheffe an die Kasse und erkläre ihm die Sache. Alles kein Problem, aber der Hulk plustert sich auf und beschwert sich über mich: ich sei langsam und frech und überhaupt ist alles viel zu teuer, er käme nie wieder und würde auch seine Freunde überreden, dass die nie wieder zu uns kaufen kommen würden. Und was macht Cheffe? Er hört sich das an und meint: „Machen Sie das, erzählen Sie Ihren ruhig alles. Wir haben schließlich auch einen Anspruch auf gehobene Kundschaft. Und Ihr Fernbleiben und das Ihrer Freunde wird das Durchschnittsniveau unserer Kundschaft massiv anheben.“
Und als ich das hörte, wurde es wieder ein richtig schöner Tag.

Ach ja, die Lyrik:

Ich saß in der Ecke
So vor mich hin,
Und nichts zu scannen,
Das war mein Sinn

Im Schatten sah mich
kein Kunde stehn
Erst heftig winkend
Dann doch gesehn.

Ich wollte sprechen
Da bricht er rein:
Du willst zur Arbeit
Bezahlt worden sein.

Mit aller Mühe
Und doch voller Fleiß
Scannt ich die Waren
Und nannte den Preis.

Er zahlte in bar
Direkt vor Ort
Ich hoffe noch immer
Der pflanzt sich nicht fort.